Teich im Herbst vorbereiten – Laubeintrag stoppen, Frühjahrsalgen verhindern

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der die meisten Teichbesitzer den Teich einfach laufen lassen. Der Sommer ist vorbei, das Wasser kühlt ab, die Fische werden ruhiger, die Pumpe läuft noch – und irgendwann im November wird alles eingewintert. Was in dieser Zeit im Teich passiert, wird erst im Frühjahr sichtbar.

Das ist der Grund, warum so viele Teiche im März und April grün aufwachen. Nicht weil der Frühling so schlimm ist, sondern weil der Herbst nicht genutzt wurde.

Warum der Herbst so wichtig ist

Laub ist der entscheidende Faktor. Von Oktober bis Dezember fallen in den meisten Gärten erhebliche Mengen Laub – und ein Teil davon landet im Teich, wenn kein Schutz vorhanden ist. Dieses Laub sinkt zu Boden, verrottet über den Winter langsam und setzt dabei Phosphat und andere Nährstoffe frei.

Je mehr Laub über Winter im Teich liegt, desto höher ist der Nährstoffgehalt im Frühjahr – genau dann, wenn die Temperaturen steigen, die Sonne wieder höher steht und Schwebealgen als Erste die neuen Wachstumsbedingungen nutzen. Das Frühjahrsgrün ist oft das direkte Ergebnis des Herbst-Laubeintrag.

Das Laubnetz: die wichtigste Maßnahme

Ein Laubnetz über dem Teich, gespannt bevor das Laub fällt – also ab Anfang Oktober – ist die einfachste und wirksamste Schutzmaßnahme. Es muss nicht teuer sein, sollte aber engmaschig genug sein, dass auch kleinere Blätter und Nadeln hängen bleiben.

Wichtig: Das Netz regelmäßig leeren, bevor es unter dem Gewicht des Laubs ins Wasser drückt oder durchhängt. Nadelgehölze in der Nähe sind besonders tückisch – Tannennadeln sind leicht und können durch größere Maschen fallen.

Das Netz wird erst abgenommen, wenn der Hauptlaubfall vorbei ist – in Deutschland meist Mitte bis Ende November, je nach Region und Baumbestand.

Mulm absaugen bevor der Teich einwintert

Parallel zum Laubnetz ist das Absaugen des Bodenschlamms die zweite wichtige Herbstmaßnahme. Im Laufe des Sommers hat sich organisches Material am Boden angesammelt – Algenreste, Fischkot, Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile. Das alles baut sich über Winter ab und erhöht den Nährstoffeintrag.

Wer im Oktober oder frühen November einmal gründlich absaugt, startet im Frühjahr mit einem deutlich niedrigeren Nährstoffspeicher.

Dabei sollte man nicht zu aggressiv vorgehen: Eine dünne, gleichmäßige Bodenschicht ist normal und notwendig – sie enthält nützliche Bakterien und bietet überwinternden Kleinstlebewesen Lebensraum. Das Ziel ist, groben Schlamm und Laubreste zu entfernen, nicht den Boden komplett zu reinigen.

Pflanzen zurückschneiden

Abgestorbene Pflanzenteile, die ins Wasser fallen, sind ebenfalls ein Nährstoffeintrag. Uferpflanzen, Röhrichte und Sumpfpflanzen sollten im Herbst zurückgeschnitten werden – nicht bis auf den Boden, aber so weit, dass verrottende Halme nicht ins Wasser fallen.

Seerosen lässt man in Ruhe. Ihre Blätter ziehen sich über Winter zurück, und die Wurzeln überwintern im Teichwasser ohne Probleme.

Was mit dem Filter passieren soll

Ab einer Wassertemperatur unter etwa 8 bis 10 Grad arbeiten Filterbakterien kaum noch. Den Filter im laufenden Betrieb zu halten bringt dann wenig – er kühlt das Wasser durch den Durchlauf eher ab, als dass er einen biologischen Nutzen hätte.

Die meisten Teichpflegeempfehlungen raten dazu, den Filter bei dauerhaft unter 10 Grad abzustellen oder auf eine schwache Umwälzpumpe umzustellen. Dabei das Filtermaterial nicht komplett reinigen – es soll im Frühjahr schnell wieder anlaufen können.

Der Vorteil im Frühjahr

Wer den Herbst genutzt hat – Laubnetz gespannt, Boden abgesaugt, Pflanzen zurückgeschnitten –, startet im März und April mit einem Teich, der weniger Nährstoffe hat als ohne diese Maßnahmen. Das bedeutet nicht, dass das Frühjahrsgrün ausbleibt, aber es ist deutlich milder und kürzer.

In Kombination mit einem frühen Teilwasserwechsel im Frühling und dem rechtzeitigen Start des UV-Klärers lässt sich das Frühjahrsalgenritual erheblich dämpfen – manchmal sogar fast vermeiden.