Nitrat und Phosphat im Teich – warum sie Algen antreiben und wie man sie senkt

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Wenn Teichwasser grün wird, liegt die Ursache fast immer in zu vielen Nährstoffen. Und die beiden wichtigsten Nährstoffe, die Schwebealgen zum Wachsen brauchen, sind Phosphat und Nitrat. Wer seinen Teich langfristig klar halten will, kommt nicht darum herum, diese beiden Werte zu verstehen – und sie im Griff zu behalten.

Phosphat: der entscheidende Wachstumstreiber

Phosphat gilt als der limitierende Faktor für Algenwachstum in Süßgewässern. Das bedeutet: Wenn Phosphat vorhanden ist, wachsen Algen. Wenn es fehlt, wachsen sie nicht – egal wie viel Nitrat oder Licht zur Verfügung steht.

Selbst sehr geringe Phosphatmengen reichen aus. Werte über 0,05 mg/l gelten bereits als erhöht und können eine Schwebealgenblüte befeuern. Zum Vergleich: Eine einzige Überfütterung mit Fischfutter, bei der Pellets am Boden liegen und verrotten, kann den Phosphatgehalt innerhalb von Tagen messbar erhöhen.

Woher kommt Phosphat in den Teich? Die häufigsten Quellen sind Fischkot und Futterreste, Mulm und organische Ablagerungen am Teichboden, Laub das im Wasser verrottet, Regenwasser, das von Beeten oder Rasenflächen mit Dünger eingetragen wird, und manchmal auch das Leitungswasser selbst.

Nitrat: dauerhafter Hintergrundtreiber

Nitrat entsteht als Endprodukt des biologischen Filterkreislaufs – Ammoniak aus Fischkot wird von Filterbakterien zunächst in Nitrit und dann in das weniger giftige Nitrat umgewandelt. Es reichert sich über Zeit im Teichwasser an, wenn es nicht durch Pflanzen aufgenommen oder durch Teilwasserwechsel verdünnt wird.

Für sich allein ist Nitrat weniger kritisch als Phosphat, solange Phosphat limitierend wirkt. Aber bei gleichzeitig erhöhtem Phosphatgehalt ist Nitrat ein wichtiger Mitlieferant für Algenwachstum. Werte über 20 bis 30 mg/l sind ein Zeichen für ein Ungleichgewicht.

Wie man beide Werte messen kann

Teststreifen, die Nitrat und Phosphat gleichzeitig abdecken, gibt es günstig im Teichfachhandel. Sie sind für regelmäßige Kontrolle ausreichend. Wer genaue Werte braucht – zum Beispiel, um eine Behandlung zu dosieren – verwendet Tropfentests, die präziser sind.

Die Messung sollte aus dem freien Teichbereich, etwa 20 bis 30 cm unter der Oberfläche, erfolgen – nicht direkt am Filter oder am Pumpenauslass.

Was wirklich hilft, die Werte zu senken

Unterwasserpflanzen sind die effektivste langfristige Maßnahme. Tannenwedel, Hornkraut und ähnliche Arten nehmen direkt aus dem Wasser Phosphat und Nitrat auf, um zu wachsen. Bei ausreichender Pflanzenmasse können sie den Nährstoffgehalt über eine Saison merklich senken – ohne Technik, ohne Chemie. Das ist kein schneller Effekt, aber ein nachhaltiger.

Fütterung reduzieren wirkt sofort. Jede Portion Futter, die nicht vollständig gefressen wird, landet als organisches Material im Wasser und setzt Phosphat frei. Weniger ist hier eindeutig mehr.

Mulm absaugen entfernt den Nährstoffspeicher, der sich am Teichboden angesammelt hat. Besonders im Frühjahr, wenn die Zersetzung organischer Reste wieder beginnt, ist das eine wirksame präventive Maßnahme.

Teilwasserwechsel verdünnen Nitrat und Phosphat kurzfristig – sie sind eine schnelle Sofortmaßnahme, aber kein dauerhafter Lösungsansatz. Wer nur wechselt, ohne die Quellen zu reduzieren, hat dasselbe Problem vier Wochen später wieder.

Phosphatbinder gibt es als spezielle Teichprodukte. Sie binden Phosphat im Wasser chemisch und entziehen es dem Kreislauf. Sie können bei akut erhöhten Werten sinnvoll sein – aber auch hier gilt: Die Ursache bleibt bestehen, wenn der Nährstoffeintrag nicht reduziert wird.

Ein Zusammenhang, den viele unterschätzen

Selbst ein Teich, der scheinbar normal gepflegt wird, kann über mehrere Saisons Phosphat im Bodenschlamm anreichern. Dieser Speicher gibt Nährstoffe langsam ans Wasser ab – auch wenn man längst weniger füttert oder das Laub fernhält. Das erklärt, warum manche Teiche trotz guter Pflege immer wieder grünen: Der Mulm am Teichboden ist der eigentliche Nährstofflieferant, nicht der aktuelle Eintrag.